Mit der Entwicklung des Quartiers am Ostpark und der Eselswiese steht die Rüsselsheimer Stadtverordnetenversammlung vor Entscheidungen, die fundierte Grundlagen benötigen. Die gewobau ist auf der einen Seite wichtiges Werkzeug der Politik zur Steuerung der Stadtentwicklung, andererseits aber auch Partner der Bürger und Mieter. Als gut aufgestelltes Unternehmen kann die Wohnungsbaugesellschaft diese Aufgaben übernehmen.

Rüsselsheim: Der zehnte Besuch der Sommerbereisung der CDU Rüsselsheim führte zur gewobau. Schwerpunkte des Besuches bildeten die Themen: Organisation und Wohnungswirtschaftliche Daten, Schwerpunkte bisheriger und künftiger Investitionen, Entwicklung der Baukosten, die Übernahme ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung sowie Städtebauliche Entwicklungsprojekte. Geschäftsführer Torsten Regenstein erläuterte ausführlich die Struktur des Unternehmens und konnte an vielen Kennzahlen darlegen, wie gut die gewobau aufgestellt ist und mit welchen Stellschrauben man an der Entwicklung für die Zukunft arbeitet.

Das Quartier am Ostpark und die dort geplanten Aktivitäten interessierte die Besucher besonders, da man hier schon vor einigen Wochen das sehr schleppend verlaufende Projekt bemängelt hat. Dringend benötigter neuer Wohnraum und ein Stillstand bei der Entwicklung des Wohngebietes für bis zu 1500 Menschen sind aus Sicht der Union ein nicht zu akzeptierender Widerspruch.
Regenstein erklärte dazu, dass die gewobau sich für ein Baufeld im hinteren Teil Richtung Kita und Großsporthalle bei der Stadt beworben hat. Um das benötigte Eigenkapital für diese Investition sicherzustellen wünscht das Unternehmen sich die Übertragung des Grundstücks als Kapitalerhöhung. Für den städtischen Haushalt stellt dies dennoch einen Bilanzgewinn durch die Werterhöhung des Grundstücks bei Übertragung zum Verkehrswert dar.

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Quartier legt eine Quote von 30% öffentlich geförderte Wohnungen fest. Für die Union ist hier eine Aufteilung in den sogenannten ersten und zweiten Förderweg (Mittelstandsförderung) wichtig. Ebenso müssen die Sozialwohnungen in allen vier Baufeldern zur sozialen Integration realisiert werden und dürfen nicht alleinige Aufgabe der gewobau werden.

Gerade die sog. Mittelstandsförderung, die eine geringere Förderung der Baukosten gegenüber dem sogenannten „Sozialwohnungsbau“ bedeute, stieß bei der Besuchergruppe der CDU auf große Zustimmung. Die Mieten liegen dann letztendlich zwischen der klassischen Sozialwohnung und der frei finanzierten Wohnung, und bieten gerade Menschen mit einem durchschnittlichen Einkommen, die sonst keine Wohnberechtigungen bekommen, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Betroffen sind hier beispielsweise Einkommensgruppen des öffentlichen Dienstes wie Feuerwehrleute, Polizisten, Erzieher und Pflegepersonal. Hier sollte aus Sicht der Union ein Schwerpunkt liegen. Denkbar wäre für die CDU hier eine höhere Quote für den zweiten Förderweg, bei dem zu prüfen wäre, ob man einen Teil dieser Wohnungen bevorzugt an in Rüsselsheim beschäftigte Mitarbeiter dieser Gruppierungen vergebe. Dies bietet eine weitere Möglichkeit als attraktiver Arbeitgeber insbesondere für Erzieher und Pflegepersonal aufzutreten.

Für die gewobau erklärte Torsten Regenstein, sei die Kooperation mit einem oder zwei Partnern zur Entwicklung des gesamten Baugebietes denkbar. Man könne sich hier vorstellen, mit der Baugenossenschaft und der Nassauischen Heimstätte zu kooperieren. Aufgrund ihrer Größe könne die NH als Bauträger für die beiden anderen Gesellschaften tätig werden und die Wohnungen letztendlich schlüsselfertig übergeben. Dies würde der gewobau ermöglichen, sich intensiver um weitere Projekte zu kümmern und diese voranzutreiben.

Die gewobau schlägt ein Kooperationsmodell vor, dass aus ihrer Sicht vergaberechtskonforme Grundstücksübertragungen an die Partner vorsieht. Möglich wäre dies über eine Kapitalerhöhung bei der gewobau, gegen Ausgabe von Genossenschaftsanteilen bei der Baugenossenschaft, die aktuell eine 4%ige Verzinsung bietet sowie eine rückzahlbare Kapitaleinlage bei der Nassauischen Heimstätte. Sollte sich der Magistrat zu dieser Variante entscheiden, könnte 2021 mit Planung und 2022 mit Realisierung begonnen werden.

Für das Quartier Eselswiese berichtete Regenstein, dass man 2018 mit dem Kauf von drei Parzellen mit insgesamt rd. 45.000 m² über warteständiges Bauland, dass derzeit noch Ackerland ist, in das Projekt eingestiegen sei. Auf diesen Flächen könnten rd. 220-250 Wohneinheiten errichtet werden, deren Planung die gewobau grundsätzlich 2022 durchführen und 2023 mit dem Bau beginnen könne. Das dieses Zeitfenster sehr ambitioniert ist, war allerdings für beide Seiten klar.

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